Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise zieht – obwohl im Norden verursacht – auch die Schwellen- und Entwicklungsländer in ihren Bann. Auch die Entwicklungszusammenarbeit gerät unter Druck. Bescheidene Erfolge im Ringen um die Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) geraten in Gefahr, wieder zurückgerollt zu werden. Gleichzeitig wächst die Bedeutung einer grundlegenden Reform der internationalen Finanzarchitektur auch aus entwicklungspolitischer Sicht. Dabei spielen drei Gipfelplattformen eine prominente Rolle: die G20-Gipfel (im April und September 2009), der UN-Weltfinanzgipfel im Juni in New York und die G8-Gipfel (im Juli 2009 in Italien und 2010 zusammen mit G20 in Kanada). Der Ausgang des auch als „Bretton Woods II“ bezeichneten Restrukturierungsprozesses ist offen und bedarf der entwicklungspolitischen Einflussnahme. Die Hintergrundserie „Globale Krise und Entwicklungspolitik“ soll dazu einen Beitrag leisten.
Mit folgenden Ausgaben und Schwerpunktthemen:
W&E-Hintergrund Februar 2010: Armut und soziale Unsicherheit in Krisenzeiten + Neues Denken in der Armutsbekämpfung (Jomo Kwame Sundaram) + Ein sozialer Rettungsboden gegen die Krise (E. Ehme/M Skalatz) + Vermessung sozialer Sicherungssysteme im Süden: Das Beispiel Südasien (Gabriele Köhler)
W&E-Hintergrund Dezember 2009: Eine generelle Finanztransaktionssteuer - Begründung, Funktionsweise, Auswirkungen (Stephan Schulmeister)
W&E-Hintergrund Juni 2009: Wie die Krise in den Süden transferiert wird: Vor einem globalen Entwicklungsnotstand? (Jens Martens) + Der Bericht der Stiglitz-Kommission: Kopass zur Runderneuerung der Weltfinanzordnung (Alex Wilks)
W&E-Hintergrund Mai 2009: UN-Konferenz zur globalen Krise: Dunkle Wolken über dem New Yorker Finanzgipfel (Rainer Falk) + Weißer Fleck auf der G20-Agenda: Das Potential der Sonderziehungsrechte (George Soros) + IWF 2.0: Neues Geld mit alten Konditionen? (Nora Lustig, Mark Weisbrot, Nuria Molina)