Web-Langfassung - Mikrofinanz-Protagonisten – Praktiker, Berater, Investoren – erheben den Anspruch, dass Mikrofinanz bei der Eindämmung und Überwindung von Armut erfolgreicher als alle anderen EZ-Maßnahmen sei; vor allem weil Mikrokredit unternehmerisches Potenzial entfalte und Mikrokreditnehmern Kontrolle über ihr eigenes Schicksal verschaffe. Angesichts von über 2.000 Millionen Menschen, welche mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag auskommen müssen, nimmt sich dieser Anspruch verwegen aus. Eine Analyse von Oliver Schmidt in drei Teilen.
Yunus beim Microsummit 2010 in Ostafrika
Mikrofinanz (MF) hat innerhalb von wenig mehr als einem Jahrzehnt um die 150 Millionen Menschen, in der überwiegenden Mehrzahl Frauen, Zugang zu Kleinkrediten und zunehmend Kleinsparprodukten verschafft. Mikrofinanz wird heute meistenteils nachhaltig betrieben, das meint kostendeckend, einschliesslich einer positiven Rendite auf das eingesetzte Kapital. Mit tatkräftiger Unterstützung der technischen und finanziellen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sind einige hundert robuste “Mikrofinanz-Institute” (MFI) geschaffen worden.
Der folgende Beitrag argumentiert, dass sich die “Gemeinde” der Mikrofinanz-Protagonisten von Paradigmen leiten lässt, welche wenig empirischen Widerhall erzeugen können. Aber es liegt eben in der Natur von Paradigmen, unpassende Phänomene auszublenden. Es ist an der Zeit, die Mikrofinanz-Paradigmen als Illusionen anzusehen, welche es aufzureissen gilt, um die Erfolgspotenziale des Sektors zu erschliessen ... ... dieser Artikel ist reserviert für Abonnentinnen und Abonnenten. Eine Kurzfassung erscheint in W&E 09/2010. Bitte wählen Sie unter folgenden Möglichkeiten:
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